Um Platinen herzustellen habe ich mir ein Laminier-Gerät (Typ GENIE L-405 HC) zugelegt. Dieser schien zum auflaminieren des Toners auf die Platine besser geeignet zu sein als das bisher verwendete Bügeleisen.
Schnell stellte sich jedoch heraus, dass die Temperatur des Gerätes dafür nicht ausreichend ist. Eine Anpassung der Temperatur war nicht möglich da diese über Bimetall-Schalter fest vorgegeben ist.
Es musste also eine eigene Temperaturregelung entwickelt werden.
Da NTCs für den angepeilten Temperaturbereich um 200°C nicht geeignet sind, suchte ich nach einem passenden Ersatz - und wurde fündig:
Eine einfache 4148-Glasdiode !
Die Diode wurde testweise mit einem geregelten Lötkolben erwärmt...
...und dabei die Durchlassspannung gemessen. Wie man sieht, ist die diese recht linear zur Temperatur.
Die alte Elektronik des Laminier-Gerätes wurde vollständig entfernt.
Für die neue Regelung wurde ein AVR-ATMega8 von Atmel verwendet. Dieser verfügt über einen internen 10-Bit ADC und eine interne Referenzspannung mit denen die Sperrspannung an der Diode gemessen wird.
Die Heizung wird über einen Opto-Triac geschaltet.
Über einen zweiten Triac (K2) ist eine Reduzierung der Geschwindigkeit des Motors vorgesehen. Dies wird jedoch von der Software nicht benutzt. K2 kann daher entfallen und die Anschlüsse 1 und 2 können über eine Brücke verbunden werden.
Hinweis: Anders als im Schaltplan angegeben, wurde für die Heizung anstatt dem S202S11 ein günstigerer S202S02 verwendet.
Die Software misst ständig die Temperatur und erzeugt einen entsprechendes PWM-Signal für die Heizung.
Da die interne Referenzspannung des Mega8 als auch die Diode fertigungstechnischen Schwankungen unterliegt, müssen beide zunächst kalibriert werden. Dafür wurde der ADC-Wert bei Raumtemperatur und bei 222°C (Lötkolben ;-) gemessen und in der Software eingetragen:
int convert2degree(int value) {
static const float c1=19.5;
static const float v1=268; //ADC-Wert=268 @ 19.5°C
static const float c2=222;
static const float v2=125; //ADC-Wert=125 @ 222°C
...
Die beiden Temperaturen sind beliebig, sollten aber möglichst weit auseinander liegen (sinnvoll ist z.B. Raumtemperatur und Arbeitstemperatur).PWM Wert, PWM Zähler, ADC-Wert, berechnete TemperaturFür die Verbindung zum PC ist ein entsprechender Pegelwandler (z.B. MAX232 oder FTDI232) erforderlich.
Temperaturkurve des Laminiergerätes mit 180°C als Sollwert.
Das fertige "Platinen-Laminier-Gerät". Die Elektronik und die Laminier-Mechanik wurden - passenderweise - auf ein Stück Fußboden-Laminat geschraubt.
Sicherheitshinweis:
In der Schaltung wird mit Netzspannung von 230V gearbeitet - Lebensgefahr !!!. Es ist höchste Vorsicht geboten !
Es versteht sich von selbst, dass ein derart modifiziertes Gerät nicht ohne Aufsicht betrieben werden darf. Benutzung wie immer auf eigene Gefahr.
laminator2.zip (212 KB) - Download (GPL)
Modifizierter Laminator - 1A Ergebnis
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Permalink: http://thomaspfeifer.net/laminator_temperatur_regelung.htm © 2008 Thomas Pfeifer |